... nicht nur des Aufklebers wegen !!!
Scans von den unterschiedlichen "Anywhere"-Babberla findet ihr HIER !!!

Für ehemalige Musikerkollegen und Freunde meiner alten Band "Anywhere" habe ich eine kleine Chronik zusammengestellt. Der große Publikumserfolg bei unserem Revival-Auftritt im neuen Forum in Bamberg lässt uns Überlegungen anstellen, ob wir so etwas Ähnliches nicht öfters aufziehen könnten. Eigentlich sollte es eine einmalige Angelegenheit werden, aber Anfragen aus Gunzendorf und Modschiedl lassen uns diese Überlegungen nicht ganz ausschließen. Über eventuelle weitere Auftritte oder Fan-Treffen werdet ihr von mir auf dieser Homepage rechtzeitig informiert. Gebt also diese Adresse bitte an möglichst viele Bekannte weiter. Zu den einzelnen Besetzungen von "Anywhere" existieren noch mehr oder weniger gute uralte Tonbandaufnahmen, welche ihr irgendwann als einfache Mp3-files downloaden könnt. Diese Hörproben sind für alte Fans bestimmt wahnsinnig interessant !!

Hier vorerst ein kleines Beispiel: Anywhere am 7. April 1972 in Walsdorf. Ich singe den Song "Love or nothing".

Love or nothing

... und Anywhere im Juli 1982 in Gunzendorf. Willie singt bei "Io sens a te" die 1. Stimme und bläst die Querflöte, ich singe die 2. darüber, wie immer halt.

Io sens a te


Die Geschichte von "Anywhere"
(Um die Bilder in Originalgröße und hoher Auflösung zu sehen, bitte den Link unter dem jeweiligen Bild anklicken!)

Die nachfolgende inoffizielle Chronik wird sicher in einigen Punkten ständig verbessert, ergänzt und richtiggestellt werden müssen. Da ich das einzige Mitglied der Gruppe bin, welches vom Anfang bis zur Auflösung dabei sein durfte, liegt es nahe, dass ich diese Aufgabe übernehme – Lehrer schreiben halt immer solche Chroniken.
Ich wäre dankbar, wenn mir alle ehemaligen Mitspieler dabei helfen würden. So ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit ist doch bestimmt recht reizvoll.
Ich erzähle das Ganze einfach etwas subjektiv und ohne den großen Anspruch auf Perfektion aus meiner Sicht:

1967: Am Schulfest des damaligen Musischen Gymnasiums spielte ich so nebenbei auf einer Gitarre und sang das Lied "This world" von den Bystanders. Unser Gymnasium war die Talentschmiede für Nachwuchsmusiker schlechthin und nahezu alle guten Musiker aus den angesagten Gruppen besuchten unsere Schule. An diesem Schulfest hörte mich auch Peter Hammerschmitt, Keyboarder einer Bamberger Szene-Band. Ihm gefiel meine Stimme und mein Gitarrenspiel, denn er lud mich daraufhin zu einem Probetermin ein. Dazu kam es aber nicht, denn die Gruppe löste sich danach auf.
Mit meinem Freund Roland Schiller spielte ich nur so zum Spaß auf "elektrisierten" Wandergitarren (Tonabnehmer) mit alten Volksempfängern als Verstärker die neusten Beatles-Songs.

1968:
Damals wurde in der Schulband des Musischen Gymnasiums ein Bassist gesucht. Roland war dafür genau der Richtige. Als der Gitarrist der Gruppe, Wolfgang Tennigkeit, den Part als Frontman und Sänger übernahm, brachte mich Roland als neues Mitglied und Sologitarrist in die Schulband ein. Das erste Gitarrensolo meines Lebens war übrigens "Repent Walpurgis" von Procul Harum.

Idomitable Pepple
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Bei einem Auftritt der Gruppe Doc in Redwoods in unserer Turnhalle durften wir mal als Idomitable Pepple eine Einlage spielen und Wolfgang Tennigkeit tobte sich als Sänger bei dem Song "Fire" so richtig aus: 10 Meter weit im Saal lag er am Boden und sang, das Mikrofonkabel war jedoch nur 5 Meter lang ... und ich sang für ihn weiter. Danach meinte er leicht irritiert, dass er noch nie so hoch singen konnte wie bei dieser Nummer. Athur Brown sei Dank, jetzt war selbst mir klar, dass ich vielleicht auch mal singen sollte.
Jetzt machten wir Nägel mit Köpfen und aus unserer Schulband am Musischen Gymnasium Idomitable Pepple enstand im Februar 1968 die Gruppe Anywhere. Der Name wurde aus einem Englischlexikon entnommen: Einer von uns deutete auf ein beliebiges Wort einer beliebigen Seite, auf anywhere.
Außer mir waren noch Roland Schiller (bass), Wolfgang Tennigkeit (voc), Gerhard Malfet (drums) und Peter Leicht (keyb) an der Ausgangsformation beteiligt.
Der erste größere Auftritt war das Schulfest unseres Gymnasiums im Herbst 1968. Ich werde nie vergessen wie ich mich fühlte, als ich vor großem Publikum der erste Mal "Hey Jude" von den Beatles sang. Mein Gott war ich nervös, der Anfang nur mit Klavier und meiner Stimme ... Mit "am Frosch im Hals und Schwammerl in die Knie" überlebte ich den Song und die Begeisterung der zahlreich erschienen Musikern aus anderen bekannten Bands war groß.
Weniger groß war am nächsten Tag die Begeisterung bei unserem verhassten Mathe-Lehrer Adam "Jack" Schliefer, der unsere perfekt gesetzten Bee Gees-Chöre als Eunuchengesang abtat ... tja, Alkohol vernebelt halt die Sinne, besonders am Morgen ...
Wir spielten einige Schulbälle und als Wolfgang und Gerhard die Schule wechselten, löste sich Anywhere vorläufig auf.

1969:
Mein Klassenkamerad Stephan Kulla (übrigens auch ein Virtuose auf der Klassischen Gitarre) hatte die Idee, eine neue Band zu gründen. Stephan Kulla, Dieter Nitschke, "Sam" Siegfried Stengel (Bürgermeister von Stegaurach), Franz Hirmke und "Easy" Peter Leicht gründeten die Gruppe mit dem seltsamen Namen STEDIS FRAPE. Dieser setzte sich aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Bandmitglieder zusammen.

StedisFrape
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1969 beteiligten wir uns am Beatwettbewerb der KEG im Freizeitwerk St. Heinrich und belegten einen sensationellen 2. Platz hinter der Profitruppe Tramps aus Erlangen. Diese Platz berechtigte uns zur Teilnahme an den Deutschen Beatmeisterschaften in der Rheinhalle in Ketsch. Dort belegten wir vor Zigtausend Zuschauern den 6. Platz mit den folgenden Titeln:
The Weight - The Band (Donovan)
Nanana-Song - Fahres Wheel ???
Keep me hanging on - Vanilla Fudge
Unser bester Song wäre "Good Vibrations" von den Beach Boys gewesen, doch dazu fehlte uns der Mut ... und sogar die Tramps behaupteten, mit diesem Song hätten wir gewonnen !!!!
Stedis Frape spielte wieder auf Schulbällen (EI und FLG) und vor allem im Mautkeller in Bamberg für überwiegend amerikanisches Publikum.

1970: ... bekam Stephan Kulla ein Angebot der Super-Gruppe Music in Action, welches er unmöglich ausschlagen konnte, und Stedis Frape löste sich auf.
Siegfried Stengel ging zur späteren Sound City Group aus Stegaurach und ich bekam ein Angebot der Bamberger Gruppe Doc in Redwoods.

Sound City Group
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Doc in Redwoods
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Mit Doc in Redwoods ließen wir den Namen Anywhere wieder aufleben und zwar in folgender Besetzung: "Doc" Jürgen Schleyer (drums), Hannes Kemmer (keyb), Heinz Kreß (git), "Rolli" Roland Schiller (bass) und "Psycho" Dieter Nitschke (git). Den Spitznamen "Psycho" bekam ich von Siggi Stengel ab, weil ich immer darauf bestand, einen Auftritt psychologisch aufzubauen, nämlich nach Höhepunkten (Spannungskurve beim Aufsatz).
In den folgenden Monaten spielten wir in Kronach (Schützenfest), Friesen, Wilhelmsthal, Burgkunstadt, Hollfeld, Kulmbach usw., also mehr im nördlichen Oberfranken u. a. als Vorgruppe der Rattles bzw. der Petards und der Vampires. Wir alle wurden damals von einem total durchgeknallten Typ angekündigt, dem Announcer der Vampires, Thomas Gottschalk.

Petards, Vampires, Anywhere
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Hannes Kemmer spielte nur noch kurze Zeit mit und fungierte nun als Manager. Heinz Pohl und Heinz Tillig waren für einige Monate für ihn als Keyboarder mit von der Partie. Heinz Kreß wurde der Stress zuviel, er stieg aus und konzentrierte sich nun auf seine berufliche Karriere ... heute ist er Rektor in Buttenheim !
Eines Tages sprachen wir Reiner Kühnlein am Gabelmann an, der sich als Saxofonist, Klarinettist und vor allem als Frontman und Sänger bei den Martinos einen Namen in Bamberg gemacht hatte und luden ihn zu einer Probe ein. Er sang "I’m a man" von der Spencer Davis Group und wir waren begeistert. Reiner wollte allerdings nur unter der Bedingung bei uns einsteigen, wenn wir seinen Freund und Ex-Keyboarder der Martinos - Kurt Froese - in die Gruppe aufnehmen würden. Unser damaliger Keyboarder Heinz Tillig war so fair und eröffnete uns diese Möglichkeit.

1971: Nun begannen die wilden 70er in der Kronacher Gegend. Im August 71 wollte sich Reiner Kühnlein mehr auf sein Studium konzentrieren und Rolli Schiller musste zur Bundeswehr. In der Zwischenzeit hatten wir bereits Auftritte in Gunzendorf !!

Anywhere
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Im September 71 stieß der wichtigste Musiker als Bandleader zu Anywhere: "Bobby" Martin Popp, der Ex-Bassist der Atkinks, Fayos und Meckys.
Er war ein virtuoser Bassist und exzellenter Sänger, der nahezu alle Stimmcharaktere von Elvis bis Bee Gees perfekt nachahmen konnte. Wir lernten jetzt saubere Chöre zu setzen und vor allem Probendisziplin !!

Anywhere
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Im Januar 1972 packte es übrigens Reiner Kühnlein wieder und er begründete mit Jürgen Schreiner, "Jerry", Manni Böhnlein und Heiner Wohlfahrt die Gruppe Happy Jack.

Happy Jack
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1973: Kurt Froese musste sich jetzt auf sein Jura-Examen konzentrieren und für ihn stieß der Ex-Gitarrist der Melodas, "Jerry" Günther Hohberger zu uns. Er war der Exzentriker und Künstler in der Gruppe und sorgte ab jetzt für das geeignete musikalische Niveau. Diese Viererbesetzung wurde legendär, denn durch Bobby und Jerry kamen wir mit guten Terminen in alle großen Säle wie Modschiedl, Gunzendorf, Walsdorf, Drosendorf, Maineck, Zapfendorf und vor allem Unterpreppach.
Wir waren die Top40-Gruppe für das musikalisch etwas anspruchsvollere Publikum und entsprechend perfekt war unsere Musik. Unser "Anywhere-Chor" galt vielen Bands als Vorbild.

Anywhere
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1975: Jetzt wollten wir das Ganze noch toppen und setzten die Brüder Johannes und Josef Schell aus Aschbach als Bläser-Duo ein und ab jetzt waren Stücke von Chicago kein Problem mehr. Wir traten in unserem Haus-Saal in Unterpreppach alle 4 Wochen auf und waren weiterhin in allen großen Sälen voll vertreten und wir hatten eine echt gute Zeit.

Anywhere
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1979: In diesem Jahr kam ein tiefer Einschnitt !
Bobby gründete die neue Gruppe Action und die Brüder Schell spielten von nun an mit ihrem Bruder Walter unter Combo Schell in einer eigenen Band im Kreis Höchstadt und Neustadt/Aisch.
Für Bobby stieß der ehemalige Bassist der Gruppe Except Sidewalk, Heiner Wolfahrt, zu uns. Wir hatten wieder eine bewährte Viererbestetzung.

Anywhere
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Am 19. April 1979 stieg der Ex-Keyboarder der Sound City Group, Hans Deusel, als 5. Mann (nicht als 5. Rad am Wagen) bei Anywhere ein. Jetzt wurde nicht nur optisch (Mickey-Mouse-Overall für mich !!), sondern auch organisatorisch und vor allem musikalisch einiges geändert. Angesagt waren jetzt alle Stücke von Santana, Emerson, Lake & Palmer usw. ... kurzum, das Niveau wurde noch mal angezogen. Hans war ein toller Keyboarder und knallharter Geschäftsmann. Er kam besonders bei der Damenwelt sehr gut an !!!!!!

Dieter und Hans

1980: Vielleicht vergaßen wir vor lauter Niveau etwas die Bedürfnisse des einfachen Publikums und so sahen Jerry, Heiner und Doc keine musikalische Perspektive für den Fortbestand der Gruppe Anywhere mehr ... wir trennten uns am 2. Februar 1980 !!
Hans wollte es noch einmal wissen, denn seine alte Sound City spielte immer noch, zwar auf absteigendem Ast, aber immerhin ...! Auch ich hatte trotz leichtem Bauchansatz und beginnender Glatzenbildung noch lange nicht genug von der Musik. So holten wir uns Bernd Mitter (bass) von den Telstars, "Eichi" Waldemar Reich (drums), "Wolfi" Wolfram Dresel (git) und die Sängerin "Rena" Gerda Wind (eine ehemalige Schülerin von mir) und nicht zu vergessen unsere gute Seele Ralf Klüppel aus Passau (Sound und Technik) zu Anywhere. Unser erster Auftritt am 14.03.1980 in Schnaid. Meine und Rena's Stimme harmonierten super miteinander und es machte unheimlich viel Spaß mit ihr zu singen.
Aber leider, ohne Verträge sind gute Leute auch gleich wieder weg und so ging Bernd Mitter im November 1980 zu den Rockets und Rena verließ die Gruppe 2 Monate später. Für Mitter kam am 29.11.1980 Willie Willner aus Nürnberg als 2. Keyboarder zu uns. Willie war ein innovativer Typ mit tollen Ideen und immer gut drauf. Er brachte neuen Schwung ins Altersheim. Jetzt spielten wir auch öfters in Schwingen und die Fahrstrecken wurden länger.

Anywhere
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1981: Hans Deusel heiratete im Juni 81 seine Gudrun. Am Polterabend spielte zwar Anywhere, aber Bernd Hartmann weckte mit seiner Country-Roads-Einlage nostalgische Sound City-Feelings, denen sich Hans nicht entziehen konnte, bestätigt durch die Begeisterung seiner Gäste – alles alte Sound-City-Fans.
Hans verließ also nach 2 Jahren Anywhere und kehrte auf seinen alten Posten bei Sound City zurück. So hart es für mich war, irgendwie konnte ich es verstehen ... und außerdem war ich diese scheiß Wechslerei ja schon langsam gewöhnt. Als Musiker Nummer 18 kam Herbert Lutz aus Erlangen zu uns. Wir schwammen ab jetzt auf der "Neuen Deutschen Welle". Es war eine schöne, relativ unbeschwerte Zeit. Ende 1981 verließ "Eichi" Waldemar Reich die Band und mit Otmar Kaufmann aus Höchstadt kam ein neuer singender Schlagzeuger, auf den Hans Deusel schon zu Anywhere-Zeiten aufmerksam machte ... und der Wechsel Nr. 20 war fällig, denn nach kurzer Zeit holte sich Hans Deusel Otmar Kaufmann in seine neue Gruppe – Sound City gab es nicht mehr – und dabei hatten wir doch schon so tolle erotische Poster gedruckt ... !!

Anywhere
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1982: Das "Drummer-Wechsel-Dich-Spiel" ging munter weiter: Nr. 21 Klaus Schönauer von den Telstars kam. Ihm gefielen unsere Gagen nicht mehr und die Nr. 22 kam: Mein alter Freund Stephan Kulla. Mit Stephan hätte Anywhere noch länger spielen können – er kam toll an – allerdings hatte er einen Vertrag bei einer Würzburger Band als Gitarrist, den er nach einigen Monaten zu erfüllen hatte ... schade !!
Nr. 23: "Junior", der Drummer der späteren Gruppe Ice-Cream.

1983:
Am 19.08.83 löste sich Anywhere endgültig auf. Unser letzter Auftritt fand in Ebensfeld statt. Es war eine richtig schöne Abschiedsfete, und irgendwie war ich froh, dass der Stress vorbei war: Termine für eine Band aushandeln und clever kassieren war noch nie so recht mein Ding. Die größte psychische Belastung für mich persönlich aber war, auf der Suche nach neuen Musikern oft sehr netten Leuten Absagen erteilen und bei personellen Wechseln als Dienstältester den Kopf hinhalten zu müssen.
Zu viele Musiker hatten bei mir in Lußberg zu viele Nächte geprobt und ich hatte zu viele Musikstücke immer wieder für alle überspielt ... und zu viele Chöre vorgesungen ... ich wollt mich einfach zur Ruhe setzen und dachte, 15 Jahre seien genug ... dachte ich !!!


Mein persönlicher musikalischer "Werdegang" reiht sich natürlich nahtlos an die Geschichte von Anywhere an: Ich saß 8 lange Wochen am Samstag Abend zu Hause und dann kam was kommen musste: Die Brüder Schell überredeten mich, in ihre Formation als Sänger und Sologitarrist einzusteigen. Von nun an ging es in kleineren Sälen auf "Top-40"- bzw. "Oldie"-Ebene weiter und ich erlebte dort 10 wunderschöne, ruhige und angenehme Musikerjahre, bevor ich 1993 mit Herzblatt und ab 1994 als Alleinunterhalter die Vorteile einer Hochzeitsfeier (mit Gänsebrust) zu schätzen lernte. Und wenn ich gesund bleibe, möchte ich diese Art des Entertainments noch länger machen.
Eines jedenfalls habe ich im Laufe der Jahre festgestellt: Reine Live-Musik zu spielen ist für den Einzelnen einfacher, mit viel weniger Aufwand verbunden und durch das Gruppengefühl viel emotionaler als alleine Sequenzen filigran (natürlich könnte man es sich auch leichter machen!) zu bearbeiten, Chöre zu erstellen, Sounds zu kreieren und dabei ordentlich zu singen. Hier ist die Überheblichkeit mancher selbsternannter Live-Päpste völlig fehl am Platze, denn auch sie sonnen sich in dem Erfolg, den die guten Vokalisten für sie einsingen.
Die Krönung jeder musikalischen Darbietung ist und bleibt der richtig gute Live-Gesang, der muss hier und dort passen und wer hat den schon !?
Im Sommer 2001 kam unser "Großvater" Hannes Kemmer auf die Idee, dass es an der Zeit wäre, nun endlich auch dem letzten Zweifler und dem Rest der Welt klar zu machen, dass es einfach keinen Keyboarder gibt, der auch nur annähernd die Einleitung von "The Opera" so ausdruckvoll interpretieren kann wie er ... wenn man ihn lässt.
Um dieses Ziel zu erreichen hatte er Schwerstarbeit zu leisten, denn er musste sich Musiker suchen, die bereit waren, es nach so langer Zeit "wieder mal miteinander zu versuchen", die das Risiko nicht scheuten ihren guten Ruf zu ruinieren und blöd genug, das Ganze ohne Gage mit drei anderen Gruppen zu Gunsten der Bamberger Basketballer am 12. Oktober im neuen Forum durchzuziehen.
"Happy Sound Jack" wären am letzten Punkt beinahe gescheitert, die angekündigten Melodas sind es an allen anderen.
Hannes überzeugte Doc, dass die Fahrt von Düsseldorf nach Bamberg doch etwas Abwechslung in den langweiligen Alltag eines Unternehmers bringen könnte. Heinz Kreß war sofort begeistert und Reiner Kühnlein höchstens sich selbst gegenüber etwas skeptisch. Als Hannes mich anrief war ich nicht sofort Feuer und Flamme. Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf, vor allem die Besetzungsfrage machte mir Sorgen.
Für mich war klar, dass ich ohne Bobby und Jerry keinen Auftritt bestreiten würde. Die bekannteste und für viele die beste Besetzung von Anywhere war die legendäre Viererbesetzung und der Stamm musste integriert sein, sonst wäre es kein Revival, sondern eine willkürlich zusammengesetzte Notlösung geworden. Irgendwie hätte ich zu gerne alle ehemaligen Musiker von Anywhere für ein paar Titel auf die Bühne eingeladen, aber dies hätte nach Meinung des Organisators Hannes Kemmer den Rahmen dieser Veranstaltung bei weitem gesprengt. Im Nachhinein muss ich ihm Recht geben, denn die Rahmenbedingungen waren doch sehr ungünstig und noch mehr Musiker hätten das technische Chaos nur noch vergrößert. Vielleicht ergibt sich später einmal an anderer Stelle die Möglichkeit in gemütlicherer Atmosphäre dies nachzuholen. So hätten alle ehemaligen Musiker die Möglichkeit, sich mal kennen zu lernen.
Als weitere Band erklärte sich die sympathische Formation Collection in modifizierter Besetzung bereit mitzumachen. Melodas haben es nach so vielen Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit leider nicht geschafft, für eine Stunde ihre Differenzen zu vergessen, obwohl Sepp (Dettelbacher) und Sam – wie sie Hannes Kemmer versicherten – nur zu gerne gespielt hätten.
Sound City Group konnte nicht, weil Siggi Stengel einen wichtigen CSU-Termin hatte und Sound City ohne Sam (Spitzname für Siggi aus Stedis Frape-Zeiten) ... eigentlich unvorstellbar, halt nicht das Original. Big Ben und 4 Kings hatten untereinander nahezu keinen Kontakt mehr und so war es toll, dass Happy Jack bereit waren, mitzumachen.
1972 gründeten Manni Böhnlein, Reiner Kühnlein, Jürgen Schreiner, "Jerry", Heiner Wohlfart und Toni Kirchner die Gruppe Happy Jack. Leider wurde keines der Gründungsmitglieder von Happy Jack zum Festival am 12. Oktober eingeladen ... schade !
Jürgen Schreiner hätte gerne mitgespielt, Toni Kirchner war da, Heiner Wohlfart wäre gekommen und Reiner und Jerry standen bei "Happy Anywhere" auf der Bühne.
Aber die "New Happy Sound Jack" gingen kein musikalisches und arbeitsmäßiges Risiko ein und holten sich als Ersatz für den verstorbenen Manni Böhnlein keinen Geringeren als unseren Ex-Keyboarder Hans Deusel, der mit "Lef" Christel zusammen u. a. das Liedgut von Big Sound Jack in gewohnt perfekter und professioneller Manier zum Besten gab. Ohne Hans wäre dieser Abend möglicherweise gar nicht möglich gewesen. Ein weiteres Highlight war die eindrucksvolle Stimme des sympathischen Happy Jack-Gitarristen Reinhold Giesinger.
Der Abend selbst war ein unvergessliches Erlebnis. Da war zum Einen das fantastische Publikum, welches sich dank der hervorragenden Moderation von Wolfgang Reichmann von Anfang an gut gelaunt und ausgelassen der Musik hingab und am Ende der Veranstaltung sah man nur glückliche Gesichter frohgelaunter Revival-Besucher. Zum anderen war es für mich ein unvergesslicher Stress, miterleben zu müssen, wie technische und akustische Probleme die aufwändige Probenarbeit von Wochen ad absurdum zu führen drohten: Ausgerechnet bei uns, die wir die meiste Geduld und Zeit in den Soundcheck investiert hatten lief alles schief. Die Solosänger hatten kein Monitorsignal, wir spielten ins Leere. Unsere Instrumente waren nur verwaschen zu hören, Solis kamen nicht oder zu spät. Bei Happy Jack war der Sound wieder ganz O.K. Aber sicher hat unser Roland noch mehr gelitten !!

Nochmal zurück zum Vorfeld der Veranstaltung
Hannes war schon immer ein Organisationstalent und ein Ur-Bamberger Gaudibursche. So gelang es ihm, den Bambergern und ganz Oberfranken klarzumachen, dass bei Anywhere der "Zwitter-Musiker" Bobby Dieter Nitschke Gitarre spielte und bereits 1968 die Gruppe Doc in Redwoods die heimliche Anywhere war. Es wusste damals halt nur noch keiner.
Aber dann machte Hannes ernst und ließ seine Connections spielen: Werbung an allen Ecken Oberfrankens, Inserate im FT und sogar das Lokalfernsehen kam zu einer ausführlichen Reportage in die Music-Hall-Mücke nach Zentbechhofen (bekannt als Zembechhofen) wo uns die Wirtsleute Erwin und Maria ihren Saal kostenlos zur Verfügung stellten. Dafür noch mal herzlichen Dank.
Eine andere Möglichkeit wäre ein jährlicher Revival-Abend zusammen mit Voll- oder Teilbestzungen von Sound City, 4 Kings, Big Ben, Happy Jack oder Telstars.
Auf meiner Homepage haben nun alle Freunde die Möglichkeit, sich über eventuelle Neuigkeiten zu informieren und Adressen sowie Telefonnummern oder Ähnliches auszutauschen. Ich werde eine Adressenliste veröffentlichen und möchte euch bitten, mir per E-mail, Fax oder auf dem Postweg eventuelle Kontaktadressen mitzuteilen.

Soweit die vorläufige Geschichte der Gruppe Anywhere, welche vielleicht noch irgendwie eine Fortsetzung erfahren wird !!??
Sicher, ich habe nicht bis ins Detail erzählt wie alle personellen Veränderungen abgelaufen sind. Jede Umbesetzung war halt immer mit mehr oder weniger großen persönlichen Unstimmigkeiten verbunden. Aber ... ein paar Musikergeheimnisse müssen schon noch gewahrt bleiben !!!! ... ich bin doch nicht Dieter Bohlen, auch wenn ich denselben Vornamen habe!

Mit der "Forums-Anywhere" wirds vorläufig nicht weitergehen, denn der Hannes Kemmer ist ja jetzt der heimliche Chef der GHP-Basketballer in Bamberg und hat einfach zu wenig Zeit, aber eigentlich gilt das für uns alle ... und deswegen warten wirs einfach ab, bis uns das Fieber wieder packt.

Inzwischen könnt ihr mich ja mal wieder anhören, ich habe fast alle der guten alten Anywhere-Songs in meinem Repertoire.
Wenn ihr irgendwelche Ideen habt, mailt sie mir einfach zu oder über einen Eintrag ins Gästebuch würde ich mich auch freuen!

Vorläufiges ENDE

Bis bald, euer Dieter